Fun Facts


Ein Forschungsteam der KU Leuven hat den Geschmack von Bier gezielt verbessert, indem es Hefezellen mithilfe der CRISPR- Genschere genetisch veränderte. Das Ergebnis: mehr Aroma und weniger Einheitsgeschmack – alles dank Genschere und einem „alltagstauglichen“ Ansatz.
Forschende identifizierten mithilfe eines genetischen Selektionssystems eine einzelne Punktmutation im MDS3-Gen von Hefe, die gleich zwei Effekte hat: Sie steigert die Bildung von Isoamylacetat (dem Stoff, der Bier sein bananenähnliches Aroma verleiht) und macht die Hefe widerstandsfähiger gegen den Druck. Diese Mutation trat in einem besonders aromatischen Hefestamm auf – ein Glücksfall, denn genau sie lässt sich gezielt auf andere Stämme übertragen. Das Team nutzte CRISPR/Cas9, um das MDS3-Gen in kommerziell genutzter Bierhefe zu verändern. In Geschmackstests zeigten die veränderten Hefen ein deutlich intensiveres Aroma – sogar unter hohem CO₂-Druck, der sonst die Aromaproduktion hemmt.

Moderne Brauereien setzen auf geschlossene Gärtanks – effizient, aber nicht ideal für den Geschmack. Denn unter hohem CO₂-Druck produzieren Hefen weniger Aroma. Diese Studie zeigt, dass gezielte Genveränderung mit CRISPR hier Abhilfe schaffen kann.


(Bildquelle: wikipedia)
(Bildquelle: wikipedia)

Wer glaubt, dass die Kettensäge von Anfang an für Holz gedacht war, liegt falsch. Ihr Ursprung liegt in der Medizin – genauer gesagt in der Chirurgie des 18. Jahrhunderts. Um schwierige Geburten zu erleichtern, entwickelten die schottischen Ärzte John Aitken und James Jeffray eine handbetriebene Kettensäge, mit der sich das Schambein schneller und präziser durchtrennen ließ. Die sogenannte Symphyseotomie war damals eine gängige, wenn auch schmerzhafte Methode, um den Geburtskanal zu erweitern. Ein weiterer Meilenstein folgte um 1830 mit der Erfindung des Osteotoms durch den deutschen Chirurgen Bernhard Heine. Dieses Instrument bestand aus einer Kette mit kleinen Schneidezähnen, die über ein Zahnrad um eine Führungsschiene bewegt wurde – ein Prinzip, das der modernen Kettensäge bereits erstaunlich nahekommt. Heines Osteotom wurde in der Orthopädie genutzt, um Knochen präzise zu durchtrennen, und galt als bahnbrechende Innovation. Erst viele Jahrzehnte später erkannte man das Potenzial dieser Technologie für die Holzverarbeitung. In den 1920er-Jahren entwickelten Ingenieure wie Andreas Stihl die ersten motorisierten Kettensägen für den forstwirtschaftlichen Einsatz. Dass eine medizinische Erfindung den Weg in die Forstwirtschaft fand, zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig technische Konzepte weiterentwickelt werden. Manchmal führen Innovationen in Richtungen, die niemand vorhersehen kann!


Manche wissenschaftlichen Studien sind so skurril, dass man zweimal hinschauen muss. Ein Beispiel dafür ist eine Arbeit aus dem Jahr 1992, die den Zusammenhang zwischen Country-Musik und Suizidraten untersucht. Offenbar handelt es sich um einen Freund des guten Geschmacks, der es durchaus verdient hat, dass die Studie noch mal aus den verstaubten Archiven hervorgezogen wird.
Worum geht’s?

Die Autoren analysierten, ob es einen Zusammenhang der Anzahl von Radiosendungen mit Country-Musik mit Suizidraten in US-amerikanischen Regionen gibt. Das Ergebnis: In Regionen mit viel Country-Musik war die Suizidrate unter weißen Bewohner*innen (potentiellen Fans) tatsächlich signifikant höher. Die Autoren vermuten, dass Themen wie finanzielle Probleme und Beziehungsdramen in den Songtexten eine Rolle spielen könnten. Ich mag mich jetzt gar nicht über Kausalität und Korrelation auslasen, sondern frage mich viel mehr: Liegt es wirklich nur an den melancholischen Texten oder vielleicht doch an den Klängen? Und was macht es eigentlich mit uns, wenn wir uns deutschen Schlager anhören? Die mögen bei einigen auch eine gewisse Todessehnsucht auslösen. Vielleicht sollten hier Studien angestoßen werden. Womöglich könnten gar Menschenleben gerettet werden.


Dass Tiere sich über Gerüche orientieren, ist bekannt – doch mit welcher Präzision und Geschwindigkeit sie dies tun, überrascht selbst die Wissenschaft. Eine Übersichtsarbeit erläutert, wie Säugetiere hochfrequentes Schnüffeln nutzen, um sich in einer dynamischen Duftlandschaft zu bewegen.
Natürliche Duftwolken sind nicht statisch, sondern bestehen aus turbulenten Strukturen, die sich innerhalb von Millisekunden verändern. Tiere wie Mäuse können diese winzigen Schwankungen wahrnehmen und daraus räumliche Informationen ableiten. Dazu nutzen sie zwei Mechanismen:
• Hochfrequentes Schnüffeln
Mäuse schnüffeln bis zu 12-mal pro Sekunde – deutlich schneller als ihr normales Atemtempo. Dieses aktive „Scannen“ der Umgebung ermöglicht es ihnen, ständig neue Informationen zu sammeln.
• Blitzschnelle Verarbeitung im Gehirn
Noch beeindruckender ist die Geschwindigkeit, mit der das Gehirn diese Informationen nutzt: Bis zu 40-mal pro Sekunde können Nervenzellen im Riechkolben neue Duftsignale auswerten. Das bedeutet, dass die Tiere nicht nur mit jedem Schnüffeln, sondern sogar dazwischen kontinuierlich räumliche Informationen aus der Duftlandschaft extrahieren.


Ein entspannter Flug, eine ruhige Kabine – doch dann passiert es: Jemand lässt einen fahren. Warum das nicht nur ein soziales Minenfeld, sondern auch eine ernsthafte wissenschaftliche Fragestellung beinhaltet zeigt eine Studie im New Zealand Medical Journal. Fliegen und furzen gehören zusammen – das ist Physik, nicht mangelnde Etikette.
Laut der Untersuchung gibt es mehrere Gründe, warum Pupsen in Flugzeugen ein Problem ist, das angegangen werden sollte:

 1. Luftdruck: Beim Steigen sinkt der Kabinendruck, wodurch sich Gase im Darm ausdehnen und entweichen – ein unvermeidbares Naturgesetzt.
2. Geruchsverteilung: Rund 50 % der Kabinenluft wird recycelt, was bedeutet, dass unangenehme Gerüche länger in der Luft bleiben.
3. Ruhe: Was früher im Triebwerkslärm unterging, ist heute in der ruhigen Kabine moderner Flugzeuge deutlich hörbarer – eine akustische Herausforderung für alle Beteiligten.

Die Autoren kommen nach der Diskussion einiger Möglichkeiten zu de, Schluss: „Just let it go.“ Denn das Zurückhalten von Darmgasen kann Schmerzen und sogar erhöhten Blutdruck verursachen. Rauslassen ist also allein schon aus gesundheitlichen Gründen geboten.


Auf Großveranstaltungen sind Glasflaschen in der Regel verboten. Aber sind sie wirklich so gefährlich? Eine Studie aus dem Jahr 2009 hat die Gefahr von Glasflaschen untersucht und getestet, ob Bierflaschen tatsächlich so stabil sind, dass sie sogar eine Schädeldecke durchbrechen könnten.
Was wurde gemessen?
In einem Fallturm wurden leere und volle Flaschen einer Belastung ausgesetzt. Die Ergebnisse:
• Leere Flaschen halten bis zu 40 Joule aus – mehr als volle, die bereits bei 30 Joule brechen.
• Der Unterschied liegt im Druck: In vollen Flaschen sorgt die Flüssigkeit für eine schnellere Schwächung des Glases.
• Beide Flaschentypen könnten die menschliche Schädeldecke durchbrechen, ohne selbst kaputt zu gehen, denn dafür sind nur 14,1 Joule nötig.
Die Studie sollte forensischen Medizinern helfen, Fälle von Kneipenschlägereien besser zu beurteilen. Ihr Fazit: Bierflaschen sind potenziell gefährliche Waffen – leer oder voll. Was auf den ersten Blick wie eine „Bierlaunen-Studie“ wirkt, hat also durchaus einen ernsten Hintergrund.


„Das ist doch Geschichte!“ – könnte man denken, wenn es um Blei in Benzin geht. Doch eine neue Studie zeigt, dass das Erbe des „Bleizeitalters“ alles andere als abgeschlossen ist. Über die Hälfte der US-Bevölkerung, die 2015 noch lebte, wurde in ihrer Kindheit Bleiwerten ausgesetzt, die heute als gesundheitlich besorgniserregend gelten. Die Folgen? Ein durchschnittlicher Verlust von 2,6 IQ-Punkten – landesweit summiert sich das auf unglaubliche 824 Millionen verlorene IQ-Punkte.
Details aus der Studie:
Die Forschenden nutzten Daten von 1940 bis 2015, um den Grad der Bleibelastung in der US-Bevölkerung über die Zeit zu analysieren. Ein Fokus lag auf Blut-Blei-Werte (BLLs) bei Kindern und deren langfristige Auswirkungen. Die Ergebnisse zeigten, dass nahezu alle Kinder, die zwischen 1950 und 1980 geboren wurden, BLLs von über 5 μg/dL aufwiesen – ein Wert, der heute als besorgniserregend gilt. Einige Jahrgänge wiesen Belastungen auf, die fünf- bis siebenmal über der heutigen Schwelle lagen. Basierend auf bekannten Zusammenhängen zwischen BLLs und kognitiven Defiziten schätzten die Forschenden den oben genannten durchschnittlichen Intelligenz-Verlust. Zusätzlich identifizierten sie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz als Folge der hohen Bleiexposition.


Vor 30 Jahren veröffentlichte ein Team der Keio Universität eine faszinierende Studie: Sie trainierten Tauben darauf, zwischen den Gemälden von Claude Monet und Pablo Picasso zu unterscheiden. Dazu wurden den Vögeln Bilder der beiden Künstler in einem Experiment gezeigt, bei dem sie durch das Picken auf bestimmte Bilder mit Futter belohnt wurden. Überraschend war, dass die Tauben nicht nur die Werke der beiden Künstler erkannten, sondern auch neue Gemälde ähnlicher Stilrichtungen korrekt zuordneten – etwa Monet zu Renoir und Picasso zu Braque. Die Ergebnisse zeigten, dass Tauben komplexe visuelle Muster analysieren und kategorisieren können. Selbst Details wie die Umkehrung eines Bildes beeinflussten ihre Fähigkeit zur Unterscheidung. Diese Studie war ein Meilenstein in der Erforschung kognitiver Fähigkeiten von Vögeln und legte den Grundstein für weitere Forschungen zur Wahrnehmung und Mustererkennung.


Weltweit reagieren fast 540 Millionen Menschen mit einem auffälligen Erröten und erhöhtem Herzschlag, wenn sie Alkohol trinken – die sogenannte „Alcohol Flush Response“. Ursache ist eine genetische Variante im Enzym Aldehyddehydrogenase 2 (ALDH2). Doch dieser Effekt ist nicht harmlos: Er deutet auf eine Anhäufung von Acetaldehyd hin, einem schädlichen Alkoholabbauprodukt, das mit DNA-Schäden und einem erhöhten Krebsrisiko, insbesondere im oberen Verdauungstrakt, in Verbindung gebracht wird. Eine Studie der Universität in Reno (sehr passend…) zeigt, wie umfassend dieser Mechanismus die Gesundheit beeinflusst – und warum er über die bekannten Risiken hinaus ernst genommen werden sollte.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:
• Menschen mit dieser genetischen Variante haben ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs, wenn sie Alkohol oder Tabak konsumieren.
• Auch E-Zigaretten tragen zu einer gefährlichen Ansammlung von Aldehyden bei. Diese können nicht nur Krebs, sondern auch Entzündungen der Gefäße fördern, was langfristig Herz-Kreislauf- und neurovaskuläre Erkrankungen begünstigen kann.
• Das Erröten nach dem Trinken ist somit als individuelles Warnsignal zu verstehen: Betroffene sind einem höheren gesundheitlichen Risiko durch Alkohol- oder Tabakkonsum ausgesetzt .


Was motiviert uns wirklich bei der Arbeit? Die Studie eines Forscherteams der Renmin University of China zeigt: Spaß am Arbeitsplatz ist kein nettes Extra, sondern ein echter Treiber für persönliches Wachstum und Motivation.
Die Studie analysierte, wie sogenannte „fun HR practices“ – also Aktivitäten und Maßnahmen, die den Arbeitsplatz unterhaltsamer gestalten – die Motivation und das Wohlbefinden der Menschen an ihrem Arbeitsplatz beeinflussen. Dazu gehören Teamevents, kreative Pausen oder spielerische Elemente im Arbeitsalltag. Dabei zeigen sich weitreichende positive Effekte:
• Steigerung der Motivation: Spaß fördert die autonome Motivation – also den inneren Antrieb, der entsteht, wenn die Arbeit als sinnvoll und erfüllend wahrgenommen wird.
• Mehr Energie und Wachstum: Mitarbeiter*innen mit mehr Spaß bei der Arbeit fühlten sich vitaler und waren eher bereit, neue Fähigkeiten zu entwickeln.
• Individuelle Unterschiede zählen: Die Wirkung von Spaß ist besonders stark bei Menschen, die spielerische Ansätze schätzen und gerne Neues ausprobieren.
Ein bisschen Lachen im Büro bringt mehr als jede steife Motivationsrede – und manchmal ist eine Hüpfburg vielleicht die beste Investition ins Team!

 


Psychologen der Illinois State University führten 2007 ein Experiment durch: Sie ließen 23 "blinde" Teilnehmer zwei identische Kartons (je 637,9 g) heben – einen mit Bleischrot und einen mit Gänsedaunen. In 20 Durchgängen pro Person, bei denen die Reihenfolge zufällig variiert wurde, sollten die Teilnehmer angeben, welcher Karton schwerer ist. Die Teilnehmer wurden nicht über die Anzahl oder den Inhalt der Kartons informiert. Insgesamt 73,9% aller Einschätzungen beschrieben den Bleikarton als schwerer, während nur in 17,4 % der Fälle die Federn schwerer eingeschätzt wurden.
Die Ergebnisse des Experiments deuten darauf hin, dass die Wahrnehmung von Gewicht nicht nur von der Masse eines Objekts, sondern auch von seiner Massenverteilung abhängt. Während frühere Modelle Gewicht als Kombination aus Masse und Größe oder als Vergleich zwischen erwarteter und tatsächlicher Muskelaktivität erklären, zeigt dieses Experiment, dass die sogenannte dynamische Symmetrie eine entscheidende Rolle spielt. Objekte mit symmetrischer Massenverteilung fühlen sich leichter an, da sie einfacher zu kontrollieren sind. Im Experiment war die Masse der Federn symmetrisch im Karton verteilt, während die Masse des Bleis asymmetrisch am Boden lag. Dadurch war der Bleikarton schwieriger zu kontrollieren und wirkte schwerer.


Es klingt fast zu kurios, um wahr zu sein: Wissenschaftler des Odense Universitetshospital in Dänemark haben getestet, ob Viagra die Frische von Weihnachtsbäumen verlängern kann. Der Wirkstoff Sildenafil, der Blumen tatsächlich länger frisch hält, wurde an Fichtenästen ausprobiert – doch das Ergebnis war ernüchternd: Viagra hatte keinerlei Effekt auf die Haltbarkeit der Äste.
Doch es war nicht das einzige Mittel, das untersucht wurde. In anderen Studien wurden Aspirin, Bier, Energy-Drinks und Haarspray getestet. Auch hier zeigten die meisten Hausmittelchen wenig Wirkung – Bier und Energy-Drinks schädigten die Äste sogar. Aspirin brachte keine Verbesserung, und auch abgekochtes Wasser hatte keinen signifikanten Vorteil gegenüber normalem Wasser.
Die einzige Methode, die einen „lebensverlängernden“ Effekt zeigte, war das Einsprühen des Baumes mit Haarspray. Haarspray bildet einen klebrigen Film, der die Wasserverdunstung über die Nadeln verringert und dadurch die Feuchtigkeit länger im Weihnachtsbaum hält.

 👉 Links zu den Originalstudien:
http://dx.doi.org/10.1071/BT14343
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38084621/


Moskitos lieben Limburger Käse!
Was haben stinkender Käse und menschliche Füße gemeinsam? Laut einer Studie von Bart Knols aus dem Jahr 1997 eine ganze Menge! Der niederländische Wissenschaftler zeigte, dass weibliche Anopheles-Moskitos vom Geruch von Limburger Käse genauso angezogen werden wie vom Duft unserer Füße. Doch wie kam er zu dieser Erkenntnis? Knols und sein Team führten Verhaltensexperimente durch, um die Lockstoffe zu identifizieren, die Moskitos anziehen. Der Geruch von Limburger Käse enthält erstaunlich ähnliche Duftstoffe wie menschliche Fußausdünstungen. Das fanden auch die Moskitos, die in Testkammern mit verschiedenen Geruchsproben konfrontiert wurden. Tatsächlich wurden sie von Fußgeruch und Käsegeruch gleich stark angelockt. Solche skurril klingenden Studien haben eine ernste Seite: Sie helfen, die Anziehungskraft von Moskitos besser zu verstehen – ein wichtiger Schritt, um bessere Methoden zur Bekämpfung von Malaria zu entwickeln. Wenn wir wissen, was Moskitos anzieht, können spezifische Fallen oder Lockstoffe entwickelt werden, wodurch letztlich die Ausbreitung von Malaria eingedämmt werden kann. 2006 wurde Bart Knols für diese außergewöhnliche Entdeckung mit dem IG-Nobelpreis für Biologie geehrt – einer Auszeichnung für wissenschaftliche Arbeiten, die uns zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen.


(Bild erstellt mit Mircrosoft Designer)
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Die heilende Kraft der Musik: Mozarts K448 bei Epilepsie
Eine Studie hat gezeigt, dass Mozarts Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (K448) bei Menschen mit schwer behandelbarer Epilepsie eine bemerkenswerte Wirkung hat, denn das Hören von K448 konnte die Aktivität von epileptischen Anfällen im Gehirn reduzieren.
Epilepsie betrifft etwa 1 % der Weltbevölkerung, und viele dieser Menschen kämpfen mit einer Form, die nicht gut auf Medikamente anspricht. Die Erkenntnisse dieser Studie eröffnen neue Möglichkeiten für nicht-invasive Therapien und könnten helfen, den Alltag von Betroffenen zu verbessern.
Die Wahl von Mozarts Musik in dieser Studie ist übrigens auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Erstens ist seine Musik für ihre klare Struktur und harmonische Einfachheit bekannt. Vorherige Studien haben außerdem bereits einen möglichen Zusammenhang zwischen Mozart und kognitiven Fähigkeiten dargestellt. Das Rad brauchte somit nicht neu erfunden werden. Letzlich gilt es in der Forschung schließlich möglichst konstante und kontrollierte Bedingungen zu schaffen, weshalb klassische Musik häufig verwendet wird.

Dennoch drängt sich mir die Frage auf, was exessive Schlagermusik tatsächlich in einem ansonsten bis dahin gesundem Hirn auslösen kann.


(Bild erstellt mit Mircrosoft Designer)
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Die Neurobiologie hinter Populismus
Neurobiologisch betrachtet haben populistische Aussagen einen klaren Vorteil: Sie sprechen unsere „Gefühlszentrale“ im Gehirn – die Amygdala – an. Sie löst Emotionen wie Angst oder Wut aus, die wiederum Themen im Gedächtnis halten. So bleibt eine klare, wenn auch vereinfachte Botschaft leichter haften. Tatsächlich beeinflussen Emotionen Entscheidungen oft stärker als rationale Überlegungen.
Unser Gehirn bevorzugt Abkürzungen, die wenig Denkaufwand fordern und damit weniger Energie verbrauchen. Evolutionär hat sich das Gehirn darauf eingestellt, schnell zu entscheiden, was in kritischen Momenten ein Überlebensvorteil war. Populistische Aussagen bieten genau das: klare, schnelle „Lösungen“ für komplexe Probleme, die uns das Gefühl geben, sofort etwas zu begreifen und die Kontrolle zu behalten. Zusätzlich neigen wir dazu, negative Informationen stärker zu verarbeiten und länger zu behalten als positive. Diese Eigenschaft half uns früher, Gefahren schneller zu erkennen und uns zu schützen – ein evolutionärer Vorteil im Kampf ums Überleben. Heute sorgt dieser Mechanismus dafür, dass polarisierende und aggressive Aussagen mehr Aufmerksamkeit erhalten und im Gedächtnis haften bleiben.
Populisten setzen ihre Rhetorik gezielt, um eine gewünschte emotionale Reaktion auszulösen. Sie sprechen Mechanismen an, die tief in uns verankert sind. Eine Lösung liegt darin, sich und unsere Kinder im kritischen Denken zu schulen und bewusster auf eigene Reaktionen zu achten. So lernen wir, emotionale Impulse zu hinterfragen und uns nicht von der einfachsten Antwort überzeugen zu lassen.


(Bild erstellt mit Mircrosoft Designer)
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Fun Fact: Spätzle gibt’s nicht nur auf dem Teller!

 

Die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard entdeckte das „Spätzle“-Protein 1992 während ihrer bahnbrechenden Forschung an Drosophila (Fruchtfliegen). Dieses Protein spielt eine entscheidende Rolle bei der korrekten Ausbildung der dorsalen und ventralen Achse des Embryos – also bei der Ausrichtung von „Rücken“ und „Bauch“.

 

Doch wie kam sie auf diesen Namen? Die Fliegenlarven, denen dieses Gen fehlt, konnten sich nicht richtig entwickeln und erinnerten die Wissenschaftlerin vielmehr an schrumpelige schwäbische Nudeln….guten Appettit.

Heute ist unser Wissen über die Embryonalentwicklung von zentraler Bedeutung für viele Bereiche der Biologie und Medizin. Durch die Entdeckung und Erforschung von Genen wie spätzle haben wir ein tiefes Verständnis dafür gewonnen, wie sich Zellen spezialisieren, Gewebe formen und komplexe Organismen entstehen. Dieses Wissen ist nicht nur für die Grundlagenforschung wichtig, sondern spielt auch eine Schlüsselrolle in der regenerativen Medizin, der Gentherapie und der Behandlung von Entwicklungsstörungen.

 


(Bild erstellt mit Microsoft Designer)
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"Leaf Me Alone": Wie Laub das Sozialleben von Einsiedlerkrebsen beeinflusst 
Mit dem Herbst kommen nicht nur bunte Blätter, sondern auch spannende wissenschaftliche Entdeckungen! Eine Studie aus New Hampshire hat gezeigt, dass selbst ein unscheinbarer Laubhaufen die sozialen Aktivitäten von Einsiedlerkrebsen (Coenobita compressus) ganz schön durcheinanderbringen kann. Die Forscher haben Laub auf dem Strand umgeschichtet und beobachtet, wie die Krebse darauf reagieren. Überraschenderweise machte das Laub die Krebse um 75% weniger gesellig! Warum? Weil die Blätter die Sicht der Krebse blockieren – sie können ihre Freunde einfach nicht mehr sehen. 
Hier ist der herbstliche Twist: Wenn die Blätter einfach ein paar Zentimeter höher aufgehängt werden, können die Krebse ihre Artgenossen wieder finden und normale Gruppen bilden. Einsiedlerkrebse sind nicht nur auf visuelle Signale angewiesen. Auch chemische und vibrierende Signale spielen eine Rolle. Doch wenn das Laub alles blockiert, haben sie echt ein Problem. 
Diese Studie verdeutlicht, wie sehr Umweltbedingungen das Verhalten von Tieren beeinflussen können – und erinnert uns daran, wie das Laub im Herbst nicht nur unsere Gärten, sondern auch die Tierwelt verändern kann.
Link zur Originalstudie: https://link.springer.com/article/10.1007/s00265-019-2662-3 (Bezahlschranke, Abstract frei verfügbar)

 


(Bild erstellt mit Microsoft Designer)
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Halluzination oder Offenbarung?
Am 20.4.1962 passierte in der Marsh Chapel der Boston University etwas Ungewöhnliches: Während einige Theologiestudenten brav der Predigt lauschten, erlebten andere farbenprächtige Visionen und fühlten sich eins mit dem Universum. Was war los? Ganz einfach: Sie hatten halluzinogene Pilze konsumiert – Teil eines wissenschaftlichen Experiments!

 

Im Rahmen des Karfreitagsexperiments wollten Wissenschaftler herausfinden, ob Psilocybin – der Wirkstoff in Zauberpilzen – echte, tiefgehende mystische Erlebnisse auslösen kann, ähnlich wie bei religiöser Erleuchtung. Und die Ergebnisse? Fast alle Pilztestpersonen fühlten sich wie von göttlicher Hand berührt. Einige wollten sogar die Botschaft Jesu verkünden – obwohl das sicherlich nicht im Studienprotokoll stand.

 

Aber es war nicht alles nur eitel Sonnenschein. Neben spirituellen Höhenflügen gab es auch Teilnehmer, die sich vor Angst fast in die nächste Dimension verabschieden wollten. Ein Student musste sogar gefesselt werden, weil er glaubte, er sei der neue Messias!

 

Wie du siehst, ist mit solchen Substanzen also echt nicht zu Spaßen.

 

Was konnten wir dennoch aus dieser Studie lernen?

 

Seit dem Karfreitagsexperiment hat die Forschung gezeigt, dass Psilocybin nicht nur intensive spirituelle Erlebnisse hervorrufen kann, sondern auch ein großes Potential in psychiatrischen Therapien hat. Psilocybin-Therapien werden heute in klinischen Studien untersucht und zeigen vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Depressionen, Angstzuständen, PTBS und Suchterkrankungen. Was damals als schräges Experiment begann, hat also letzlich den Grundstein für wichtige therapeutische Entwicklungen gelegt.

 


(Bild erstellt mit Microsoft Designer)
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Wie viele Emotionen haben Hühner? Eine neue Studie gibt Einblicke

 

Können Hühner Freude empfinden? Kann man ihnen ansehen, ob sie Angst haben oder glücklich sind? Eine französische Studie hat genau das untersucht, indem sie die Farbveränderungen im Gesicht von Hühnern beobachtete.

 

Bei verschiedenen Alltagssituationen und in speziellen Tests (wie Belohnung und Stress) zeigten die Hühner eine deutliche Veränderung der Rötung ihrer Haut. Diese Rötungen traten sowohl bei positiven Erlebnissen wie Futterbelohnungen als auch bei negativen wie dem Einfangen durch Menschen auf. Besonders spannend: Die Hühner wurden in einer gewohnten Umgebung beobachtet, sodass ihr Verhalten möglichst authentisch war.

 

Die große Frage bleibt: Sind diese Veränderungen wirklich emotionale Reaktionen oder rein physiologische Effekte, also eine gesteigerte Durchblutung durch positive oder negative Reize? Und kann man hierzwischen überhaupt unterscheiden?

 

Die Autoren der Studie kommen jedenfalls zu dem Schluss, dass Hühner, ähnlich wie Menschen, durch Erröten Emotionen zeigen. Durch diese Ergebnisse erhoffen sie sich einen spürbaren Fortschritt im Verständnis des Gefühlslebens von Vögeln, was als entscheidender Schritt zur Verbesserung des Tierwohls in der Geflügelhaltung betrachtet wird.

 

Link zur Originalstudie: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0306601

 


(Bild erstellt mit Microsoft Designer)
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Das menschliche Gehirn wiegt etwa 1,3 Kilogramm und ist in seinem Aufbau unglaublich komplex. Ein wichtiger Schritt, um diese Komplexität zu verstehen, war herauszufinden, wie viele Nervenzellen unser Gehirn tatsächlich enthält. Lange Zeit war diese Frage schwer zu beantworten, bis eine innovative Wissenschaftlerin den entscheidenden Durchbruch erzielte.

 

Die Herausforderung

 Das Gehirn ist ein verworrenes Netzwerk, in dem Nervenzellen miteinander kommunizieren und sich über kürzere und längere Strecken verbinden. Die Nervenzellen sind jedoch nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentrieren sich besonders in bestimmten Hirnregionen, wie der Großhirnrinde. Eine einfache Hochrechnung auf Basis von mikroskopischen Aufnahmen einer einzelnen Hirnregion reicht daher nicht aus. Vergessen wir schließlich nicht, wie groß so ein Gehirn ist.

 

Die innovative Methode: Isotrope Fraktionierung

Im Jahr 2005 entwickelte die brasilianische Neurowissenschaftlerin Suzana Herculano-Houzel eine bahnbrechende Methode, die die Zählung von Nervenzellen revolutionierte. Anstatt jede Nervenzelle einzeln zu zählen, entwickelte sie eine „Hirnsuppe“. Dabei wurden die Struktur des Gehirns samt seiner Zellen aufgelöst, sodass nur noch Zellkerne übrig blieben. Diese Zellkerne wurden dann mit einer speziellen Methode eingefärbt, bei der nur die Kerne der Nervenzellen Farbstoff annahmen. Da die Zellkerne in der Flüssigkeit gleichmäßig verteilt sind, genügt es, in einer kleinen Probe mit definierter Menge die Zellen unter dem Mikroskop zu zählen und diesen Wert auf das Volumen der Gesamtlösung hochzurechnen.

Dank dieser Methode konnte schließlich ermittelt werden, dass das menschliche Gehirn etwa 86 Milliarden Nervenzellen enthält. Diese innovative Technik hat unser Verständnis über das Gehirn erheblich erweitert und ist eine grundlegende Errungenschaft in der Neurowissenschaft.

 


Bildquelle: Exploration of Lake Titicaca by Alexander Agassiz and S. W. Garman. I. Fishes and Reptiles. Bulletin of the Museum of Comparative Zoology, vol. 3, n. 11, p. 273-279 (1876)
Bildquelle: Exploration of Lake Titicaca by Alexander Agassiz and S. W. Garman. I. Fishes and Reptiles. Bulletin of the Museum of Comparative Zoology, vol. 3, n. 11, p. 273-279 (1876)
Wer hätte gedacht, dass Hautfalten so nützlich sein können?
Auch wenn sein Spitzname „Hodensack-Frosch“ eher schmunzeln lässt, sollte man den Titicaca-Riesenfrosch nicht unterschätzen. Sein außergewöhnliches Aussehen ist das Ergebnis einer erstaunlichen Anpassung an einen sehr speziellen Lebensraum.
Der Titicacasee, auf einer Höhe von 3.810 Metern im Hochland der Anden gelegen, ist der höchste schiffbare See der Welt und erstreckt sich über Peru und Bolivien. Die Luft dort oben ist dünner und enthält etwa 40% weniger Sauerstoff als auf Meereshöhe. Der reduzierte Luftdruck und die geringere Sauerstoffkonzentration machen das Atmen schwieriger und stellen eine besondere Herausforderung für die dort lebenden Organismen dar.
Um ausreichend atmen zu können, hat der Titicaca-Riesenfrosch, der Sauerstoff aus dem Wasser über seine Haut aufnimmt, ein wirklich extravagantes Aussehen entwickelt. Die zahlreichen Hautfalten vergrößern die Oberfläche des Frosches erheblich und ermöglichen es ihm so, in der sauerstoffarmen Umgebung des Titicacasees zu überleben.
Leider sieht es nicht gut aus für den Titicacasee und seine Bewohner. Die Wasserqualität hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert, vor allem aufgrund von Abwässern aus über 30.000 illegalen Minen, die mit giftigem Blei und Quecksilber belastet sind. Diese Umweltverschmutzung gefährdet das gesamte Ökosystem des Titicacasees erheblich. Trotz dieser Herausforderungen gibt es Hoffnung durch internationale Bemühungen und Zuchtprogramme, die sich für den Schutz und Erhalt dieser faszinierenden Art einsetzen.

 


(Bild erstellt mit Microsoft Designer)
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Das Gehirn und die Wahrnehmung von Leben und Tod
Stell dir vor, du wachst auf und bist fest davon überzeugt, dass du tot bist. Dein Herz schlägt nicht, deine Organe existieren nicht mehr – alles ist weg. Klingt unfassbar, oder? Genau das erleben Menschen, die am seltenen Cotard-Syndrom leiden.
Normalerweise nehmen wir unsere Existenz, unser "Ich", als selbstverständlich hin. Doch wenn die grundlegende Selbstwahrnehmung gestört ist, kann das fatale Folgen haben. Beim Cotard-Syndrom führen Hirnveränderungen zu extremen Wahnvorstellungen: Betroffene glauben, sie seien tot, weswegen die Störung auch als Walking Corpse Syndrome bezeichnet wird. Das kann zu ausgeprägtem selbstgefährdendem Verhalten führen, da ja offensichtlich kein Grund mehr besteht, das eigene Leben zu schützen.
(Bild erstellt mit Microsoft Designer) Was führt dazu? Das Syndrom tritt meist in Verbindung mit psychotischen Zuständen, schweren Depressionen oder Schizophrenie auf. Auch ein Schlaganfall oder eine Alzheimer Kankheit kann zu einer solchen Störung führen. Einige Studien deuten darauf hin, dass strukturelle Hirnveränderungen, insbesondere in den Regionen, die für die Persönlichkeit entscheidend sind, eine Rolle spielen könnten. Eine Theorie schlägt vor, dass eine gestörte Verbindung zwischen dem sensorischen und dem emotionalen System des Gehirns verantwortlich ist – die Verbindung zwischen "Fühlen" und "Erkennen" bricht zusammen. Vieles ist aber noch unklar, was vor allen Dingen auch daran liegt, dass das Cotard-Syndrom extrem selten vorkommt und daher nicht gut erforscht ist. Weltweit gibt es Schätzungen zufolge nur etwa 200 bekannte Fälle.
(Bild erstellt mit Microsoft Designer) Kann man das behandeln? Ja! Therapieansätze wie Antidepressiva, Antipsychotika oder Elektrokrampftherapie (ECT) haben in vielen Fällen positive Effekte gezeigt. In einigen Fällen hilft auch kognitive Verhaltenstherapie, um den Betroffenen zu helfen, ihre Realitätswahrnehmung zurückzuerlangen. Insgesamt hängt der Erfolg einer Behandlung aber von der ursächlichen Hirnerkrankung ab.
Das Cotard-Syndrom erinnert uns eindrucksvoll daran, wie komplex unser Gehirn ist – und wie sehr wir auf seine perfekte Funktionsweise angewiesen sind. Ein winziger Fehler im System kann uns in eine vollkommen andere Realität stürzen. Das ist mitunter gruselig, hält uns aber auch vor Augen, wie froh wir sein können, wenn das Gehirn einfach seinen Job macht.

 


An schönen Tagen im Spätsommer kann es öfters passieren, dass man mitten durch einen Spinnenfaden läuft, obwohl kein Baum oder Ähnliches als Ziel für das Spinnentier erkennbar ist. Das Ziel der "fliegenden" Spinne ist aber keinesfalls der nächste Baum, sondern die große weite Welt. Die Jungtiere aus diesem Jahr machen sich auf den Weg, neue Lebensräume zu besiedeln.

Tatsächlich funktioniert diese Fortbewegungsmethode erstaunlich gut. Wenn neue Vulkaninseln entstehen, gehören Spinnen, die zufällig mit ihren Fäden über das Meer fliegen, zu den ersten Siedlern.

Besonders aktiv sind die Tiere im frühen Herbst, daher nennt man diese Zeit auch "Altweibersommer". Die vielen fliegenden Spinnenfäden ziehen wie langes silbergraues Haar über das Land.


Eine Studie aus Norfolk, England, konnte im letzten November sehr schön zeigen, dass das Risiko einer Diabetes Typ-2 Erkrankung um bis zu 40 Prozent sinkt, wenn Risikopatienten auch nur eine kleine Gewichtsabnahme (durchschnittlich 3 kg über 2 Jahre) erreichten. Selbst minimale Änderungen ihres Lebensstils hatte somit einen messbaren Effekt (Samson et al., 2020, JAMA Intern Med.)
Also los, innerer Schweinehund, du musst dich nicht von exorbitanten Sportplänen abschrecken lassen! Auch kleine Schritte helfen. Immer!


Intelligente Kontaktlinsen bieten eine sehr interessante Möglichkeit der Gesundheitsüberwachung.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet war der Erste, der an einer digitalen Kontaktlinse für Diabetiker forschte. Die Bemühungen wurden allerdings im Jahr 2018 für gescheitert erklärt. Im April 2020 veröffentlichte dagegen eine Forschergruppe an der Universität Pohang eindrucksvolle Ergebnisse.
"Der in die Kontaktlinse integrierte Biosensor misst den Zuckergehalt der Tränenflüssigkeit mithilfe eines Hydrogels, das bei Reaktion mit Zucker seine Leitfähigkeit ändern. Diese Veränderungen werden von zwei Platinelektroden registriert, vom Mikrochip ausgewertet und übermittelt", berichtet Wissenschaft.de.  Zusätzlich beinhaltet die Linse eine Medikamentendosis, die mit einem hauchdünnen Goldfilm auf der Linse fixiert ist. Ein schwaches elektrisches Signal aus dem Mikrochip löst das Gold auf und setzt so den Wirkstoff Genistein frei. All diese Technik ist winzig klein und auf dem Rand der Kontaktlinse platziert.
Die Linsen wurden erfolgreich bei diabetischen Kaninchen unter Laborbedingungen getestet und müssen sich im nächsten Schritt bei Menschen bewähren. Die Originalstudie ist hier zu finden: https://advances.sciencemag.org/content/6/17/eaba3252


Viele Menschen sind sich noch immer unsicher und fragen sich, was es mit mRNA-Impfstoffen eigentlich auf sich hat. Wie vermitteln sie eine Immunität? Verändern sie das Erbgut? Was ist, wenn das Virus mutiert?

Dieses kleine Video (zugegeben das erste und vielleicht auch einzige "Lehrvideo", das ich je selbst erstellt habe) soll die wichtigsten Fragen beantworten und ein wenig die Angst oder Unsicherheit nehmen.



Die ersten Haie gab es vor etwa 350 Millionen Jahren, weit vor den Dinosauriern. Dank des Menschen sind die meisten Arten innerhalb weniger Jahrzehnte nun vom Aussterben bedroht. Wer ist hier noch mal der Killer?

Eine aktuelle Studie im Fachmagazin Nature (Pacoureau et al., 2021) stellt einen dramatischen Rückgang der Hai- und Rochenvorkommen fest. Durch die immer noch anhaltende Überfischung der Meere wächst der Druck auf die großen Meeresbewohner. Inzwischen sind 3/4 der Arten vom Aussterben bedroht. Die Forscher fordern dringende Fangbeschränkungen, damit der Zusammenbruch noch verhindert werden kann.


Der menschliche Darm ist eines der vielfältigsten Ökosysteme der Welt. Hier leben Hunderte unterschiedlicher Arten interagierend miteinander. Die Auswirkung dieses Miteinanders steht immer mehr im Fokus mikrobiologischer Forschung, da sie offensichtlich weitreichende Wirkung auf unsere Gesundheit und sogar unser Verhalten hat. Mit zunehmender Industrialisierung und der Abwanderung von Menschen in Städte nahm und nimmt die Vielfalt der Darmbewohner drastisch ab. Einige Zivilisationskrankheiten wie Typ II Diabetes, chronische Darmentzündung oder Fettleibigkeit stehen im starken Verdacht, mit dieser veränderten Zusammensetzung der Darmbakterien in Zusammenhang zu stehen. Vielleicht sind es am Ende weit mehr.

Um die die potentielle gesundheitliche Wirkung dieser rückläufigen Mikroben zu erhalten und weiter zu untersuchen, wurde eine Initiative gegründet, die finanziell und politisch unabhängig nun Darmbakterien aus allen Teilen der Welt untersucht und sammelt. Man könnte sagen, es handelt sich um die weltweit größte Sammlung von Stuhlproben, aber dahinter steckt dann doch einiges mehr. Vielleicht ein wichtiger Schlüssel für die Gesundheit zukünftiger Generationen.

In einer Studie der spanischen Universität Rey Juan Carlos befragten Wissenschaftler europaweit 96.000 Menschen zu ihrer täglichen Sitzdauer. Dabei betrachteten sie viereinhalb Stunden als Schwellenwert, ab dem bestimmte Gesundheitsrisiken steigen. Demnach sitzen über die Hälfte aller Befragten zu lange.
Die zunehmende Passivität führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass die Menschen bei der Arbeit und auch in der Freizeit immer mehr mit Technologien interagieren, die keine Bewegung erfordert. Dabei sei das viele Sitzen ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung vieler chronischer Krankheiten, wie Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs, schreiben die Forscher.
Um die negativen Folgen zu reduzieren ist es ratsam, zwischendurch öfters mal aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Am besten an der frischen Luft.

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts in Rehovot, schätzten die Biomasse unseres Planeten, also das Gewicht sämtlicher Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen, auf stolze 550 Gigatonnen, also 550 Milliarden Tonnen.

Nur etwa 0,06 Gigatonnen davon entfallen auf den Menschen. Etwa derselbe Wert ergab sich für Krill und Termiten.

Dabei halte ich Krill und Termiten für ökologisch bedeutsamer.


In einer Studie der Universitäten Jena und Kassel begleiteten Psychologen 245 Paare und befragten die Partner regelmäßig allein nach der Zufriedenheit mit der Beziehung und untersuchten neurotische Tendenzen wie Angst, Unsicherheit oder Pessimismus.

So konnten die Forscher zeigen, dass eine lange und glückliche Beziehung zu einer Veränderung von Denkstrukturen führt. Wir sind also nicht nur einfach glücklich verliebt, sondern betrachten uns und unsere Umwelt nachhaltig positiver.


Die Larven von Florfliegen vertilgen Unmengen an Blattläusen und werden daher in ökologischen Gärten häufig als Nützlinge gegen starken Befall verwendet. Umgangssprachlich werden sie auch als Blattlauslöwen bezeichnet. Sie besitzen große zangenartige Mundwerkzeuge, mit denen sie ihre Beute festhalten, bis sie sie ausgesaugt haben.

Wie auch Marienkäferlarven, können die jungen Florfliegen in zahlreichen Online-Shops erworben werden. Aber nicht wundern, wenn die kleinen plötzlich scheinbar verschwunden sind. An ihre hakenartigen Borsten packen sie so ziemlich alles, was sie finden können, um sich zu tarnen.
Unter einem laufenden Dreckklumpen könnte sich also eine Florfliegenlarve verstecken. Tu ihr nichts, sie möchte nur deine Blattläuse fressen.


Metamorphopsie ist eine subjektive Sehstörung mit verzerrter Wahrnehmung der Umwelt. Ursache können Augenerkrankungen, neurologische oder psychische Erkrankungen sein. Die Störung kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Objekte werden in falscher Größe oder Farbe erkannt oder erscheinen generell verzerrt. Das Corona-Phänomen ist nur eine Form der Metamorphopsie.

 

Aktuell lässt sich der Begriff allerdings auch ganz anders einordnen. In diesem Sinne: Achtsam bleiben, Abstand halten und wenn nötig Maske tragen!


Die Dosis macht das Gift, sogar bei Obst.

Bananen enthalten relativ große Mengen Kalium, weswegen grundsätzlich nicht viel mehr als schätzungsweise 100 (etwa 12 kg) von ihnen pro Tag gegessen werden sollten. Diese Menge an aufgenommenem Kalium würde dafür sorgen, dass das Herz aufhört zu schlagen.

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum Banannen sooooooooo gefährlich sind, denn sie sind außerdem radioaktiv!

Kalium besitzt natürlicherweise eine geringe natürliche Strahlung und bringt eine einzelne Banane auf etwa 1 µSv. Schon 10 Sv reichen allerdings aus, um innerhalb weniger Tage an den Folgen der Strahlung zu versterben. Um diese Dosis zu erreichen, müsste ein erwachsener Mensch etwa 10.000 Bananen auf einmal essen.


Im Vakuum bewegt sich ein Photon mit etwa 300.000km/s und hat damit die Distanz von der Sonne bis zur Erde, die gemittelt bei etwa 150 Millionen Kilometer liegt, ratzfatz überwunden.

Stößt dieses Photon aber auf ein Hindernis in Form eines Teilchens, wird es umgelenkt und ändert seine Richtung. Innerhalb der Sonne ist die Teilchendichte so hoch, das ein Photon sich nur den Bruchteil eines Millimeters uneingeschränkt in eine Richtung bewegen kann, bevor es wieder abgelenkt wird. Auf diese Weise schießt es viele Tausend Jahre wie eine Flipperkugel durch die Sonne, bis es irgendwann zufällig hinaus gelangt und seinen Weg durch das All ungehindert fortsetzten kann.

Zum Vergleich: Der Durchmesser der Sonne liegt bei 1,4 Millionen Kilometer. Eindeutig der größte Flipper unserer Galaxie.

 


Eine in 2017 veröffentlichte Studie fand diese erstaunliche (aber logische) Korrelation über dem Ozean. Nun wird untersucht, ob es auch an Land zutrifft.

Für die Studie wurden an der Universität von Washington weltweit auftretende Blitze von 2005 bis 2016 ausgewertet. Festgehalten wurden diese durch ein Netzwerk von Blitzsensoren.

"Das ist eines der eindeutigsten Beispiele dafür, wie der Mensch die Intensität von Gewitterprozessen auf der Erde durch die Emission von Feinstaub verändert", so die Forscher. Sie gehen davon aus, dass es an Land ähnlich ist, die Daten stehen aber noch aus.


Savants sind Menschen mit außergewöhnlichen Inselbegabungen bei gleichzeitiger kognitiver Behinderung. Etwa die Hälfte aller Savants sind Autisten. Sie können Tausende Bücher rezitieren, Instrumente spielen, ohne auch nur einmal geübt zu haben oder aus dem Gedächtnis ganze Städte zeichnen. Aber wenn sie alleine in den Supermarkt gehen sollen, um Milch zu kaufen, sind sie überfordert und schaffen es nicht.

Inselbegabungen können aber auch im Laufe des Lebens plötzlich auftreten, z.B. durch eine Demenz, oder, wie im Fall vor Orlando Serrell durch einen Unfall. Seit 1979 behält er jedes kleinste Detail in seinem Gedächtnis, nix wird gelöscht. Warum das so ist, konnte bisher nicht herausgefunden werden.

Der Schlag auf den Kopf war übrigens recht unspektakulär. Er war zwar wohl kurz bewusstlos, hatte aber nur eine Beule. Er war bei keinem Arzt und erzählte es nicht mal zu Hause.


In einer Studie der University of Nebraska-Lincoln wurde das Jagdverhalten dieser Spinne, die fast auf der gesamten Südhalbkugel vorkommt, genaustens untersucht.
In der Nacht hängt sie sich an einen Faden kurz über den Boden und lauert. Zwischen ihren Vorderbeinen hält sie ihr quadratisches Wurfnetz. So hängend fängt sie kleine Fluginsekten, die dicht vorbei fliegen und sich gut gegen den Nachthimmel abzeichnen. Diese Beute nimmt die Spinne hauptsächlich mit ihren 6 kleinen Punktaugen wahr.
Die wirklich fette Beute fängt die Spinne aber auf dem Boden unter ihr. Um diese in der Dunkelheit zu erkennen, benötigt die Wurfnetzspinne die zwei sehr lichtempfindlichen Glupschaugen.

Werden diese beiden Augen "verbunden", fängt die Spinne nur kleine Fluginsekten. Die Insekten auf dem dunklen Boden bleiben ihr verborgen.


Tierversuche sind ein oft sehr emotional diskutiertes Thema. Es geht um das Abwägen von Nutzen und seinem Preis.

Eine Studie aus Israel offenbart, was in Zukunft möglich sein könnte. Eine Querschnittlähmung könnte heilbar sein und vielleicht irgendwann einmal genauso leicht zu behandeln sein wie heute ein gebrochener Arm.

Versuche in der Grundlagenforschung zeigten uns, was Stammzellen sind und helfen uns, dass enorme Potential, das in ihnen steckt, genauer zu erkunden. Sehr viele Projekte weltweit befassen sich heute mit ihrem Einsatz in der Medizin. Das Ganze ist ohne den Einsatz von Versuchstieren oftmals nicht möglich.

Tierversuche sind gesetzlich sehr gut geregelt. Innerhalb der EU, der USA und zunehmend auch weltweit werden sie stark kontrolliert und müssen einzeln genehmigt werden. Dabei geht es stets um die Frage der Notwendigkeit und um die Reduktion des zumutbaren Leids der Tiere.


Vor allen Dingen Mohrenmakis haben dieses besondere Wechselspiel zwischen Drogenkonsum und Insektenschutz für sich entdeckt. Und dann hängen sie da in den Ästen und Baumgabelungen Madagaskars...

Verschiedene Stoffe im Gift der Tausendfüßler veranlassen den Lemuren, mehr Speichel zu bilden. Den reibt er dann samt dem Gift in sein Fell. Das Gemisch hält Moskitos fern. Der Rausch, der durch das enthaltende Zyanid ausgelöst wird, ist eigentlich nur ein Nebeneffekt. Forscher gehen davon aus, dass dieses Verhalten von evolutivem Vorteil ist. Bereits bei Kapuzineräffchen wurde ein ähnliches Verhalten beobachtet. Die im Zyanid enthaltenen Benzochinone vertreiben Moskitos und schützen so effizient vor Malaria.


Schokolade aktiviert im Gehirn das Belohnungssystem und wirkt wie eine leichte Droge. Kakao enthält vergleichsweise große Mengen der Aminosäure Tryptophan, die im Körper in Serotonin umgewandelt werden kann. Serotonin wird umgangssprachlich als "Glückshormon" bezeichnet und wirkt stimmungsaufhellend und entspannend.

Natürlich sind die Mengen, die durch Schokolade gebildet werden, gering und das ständige Futtern von tonnenweise Schokolade mehr als ungesund, doch eine stete niedrige Dosis kann die Lebensqualität durchaus verbessern.


In einer Studie aus den USA wurden Daten von über 60 000 Probanden ausgewertet. Der Effekt sei klein, aber äußerst stabil, so die Forscher. Interessant ist auch, dass offensichtlich nicht nur genetische Faktoren eine Rolle spielen, was sehr schön veranschaulicht, wie wichtig intakte Pflege- oder Adoptivfamilien für die Persönlichkeitsentwicklung eines ggf. traumatisierten Kindes sind.


Schon in den 1950er-Jahren wurde versucht, mit Viren gegen Hirntumore vorzugehen, allerdings wurden stets auch andere Zellen infiziert. Zika zeigt jetzt erste Erfolge in Versuchen mit Mäusen.

Außerhalb einer Schwangerschaft bleibt eine Infektion mit dem Zika-Virus übrigens meist ohne Folgen und verläuft häufig sogar gänzlich symptomlos.


An schönen Tagen im Spätsommer kann es öfters passieren, dass man mitten durch einen Spinnenfaden läuft, obwohl kein Baum oder Ähnliches als Ziel für das Spinnentier erkennbar ist. Das Ziel der "fliegenden" Spinne ist aber keinesfalls der nächste Baum, sondern die große weite Welt. Die Jungtiere aus diesem Jahr machen sich auf den Weg, neue Lebensräume zu besiedeln.

Tatsächlich funktioniert diese Fortbewegungsmethode erstaunlich gut. Wenn neue Vulkaninseln entstehen, gehören Spinnen, die zufällig mit ihren Fäden über das Meer fliegen, zu den ersten Siedlern.

Besonders aktiv sind die Tiere im frühen Herbst, daher nennt man diese Zeit auch "Altweibersommer". Die vielen fliegenden Spinnenfäden ziehen wie langes silbergraues Haar über das Land.